„Demokratie ist kultivierter Streit“ - Diesem Motto sah sich das Jugend-debattiert-Team am NIG, insbesondere zum 50. Todestag von Hannah Arendt, besonders verpflichtet.
Bereits zu Beginn des Schuljahres übten sich daher sowohl eine jahrgangsübergreifende Projektgruppe als auch die Klasse 11c darin, nach festen Regeln und auf faire sowie respektvolle Weise rhetorisch die Klingen zu kreuzen.
Die Debatte
Aus zahlreichen Debatten im Klassenrahmen und einem Qualifikationswettbewerb am 6. Januar 2026 gingen Johanna, Emely, Sina und Amina als Finalistinnen hervor und trafen – nach einer kurzfristigen Verlegung aufgrund des witterungsbedingten Schulausfalls - im Schulfinale am 13. Januar 2026 im Forum aufeinander. Die Streitfrage war herausfordernd: „Sollte eine allgemeine Dienstpflicht für Rentnerinnen und Rentner eingeführt werden?“.
Die Argumente
Hierfür wurden von Sina und Johanna zahlreiche gelungene Argumente ins Feld geführt, von denen natürlich nur einige genannt werden können: Angesichts des Fachkräftemangels und den massiven Herausforderungen in Schulen und Kindertagesstätten sowie der Mehrfachbelastung der relativ wenigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen sei ein zehn Monate dauernder sozialer Pflichtdienst von drei bis sechs Stunden pro Woche durchaus angemessen und würde zur Generationengerechtigkeit beitragen. So könnten die angehenden Ruheständler ihr reiches Erfahrungswissen weitergeben, als Lesepaten Grundschüler fördern und dabei selbst aktiv und sozial integriert bleiben.
Die Kontra-Seite, vertreten von Amina und Emely, brachten dagegen zahlreiche rechtliche und praktische Bedenken vor: So sei ein solcher Pflichtdienst laut Grundgesetz bisher nur als Wehrersatzdienst zu rechtfertigen, da es sich sonst um eine grundgesetzwidrige Zwangsarbeit handele. Auch im Sozialgesetzbuch sei der Übergang von Erwerbsleben in den Ruhestand klar geregelt. Zudem würden die geschätzten Kosten dieser geringfügigen Tätigkeit den Bundeshaushalt jährlich mit einem zweistelligen Milliardenbetrag belasten.
Das Urteil
Nach einer interessanten Debatte zog sich die Jury zur Urteilsfindung zurück, während die 50 Zuschauerinnen und Zuschauer um ihre Stimme gebeten wurden: Sollte ein solcher Dienst eingeführt werden? Das Ergebnis war eindeutig. 90% der Abstimmenden sprachen sich gegen die Maßnahme aus, 20% gaben an, dass sie durch die Argumentation während der Debatte ihre Meinung geändert hatten.
Die Siegerinnen
Nach 15 Minuten gab auch die Jury ihr Urteil bekannt: Johanna Schwarz und Emely Volkmann hatten in den Kriterien Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsführung und Überzeugungskraft die meisten Punkte gesammelt und werden das NIG am 27. Januar 2026 beim Regionalwettbewerb in Ottersberg vertreten.
Wir gratulieren den Siegerinnen und bedanken uns bei allen Teilnehmerinnen für die interessante Debatte.







