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„Über die Berge und über das Meer“ – Autorenlesung von Dirk Reinhardt

Am 2. Dezember 2019 durften sich die 8. und 10. Klassen einer Autorenlesung von Dirk Reinhardt erfreuen. Er hatte bereits im letzten Jahr seinen Jugendroman „Train Kids“ vorgestellt, der nicht nur an unserer Schule auf große Begeisterung gestoßen war. Aus diesem Grund wuchs die Neugier auf seine neue Geschichte.

Zunächst begann Dirk Reinhardt mit einer kurzen Vorstellung seiner Person. Er ist ein Jugendbuchautor aus Münster, der früher Journalist war, und das von ihm vorgestellte Buch ist sein fünfter Jugendroman. Er erzählte außerdem, dass mehrere Migranten ihn nach seinen Lesungen aus seinem Buch „Train Kids“ angesprochen und von ihren Fluchtgeschichten erzählt hatten. So beschloss Dirk Reinhardt, auch über Flüchtlinge aus Afghanistan ein Buch zu schreiben, da ihm die Thematik sehr am Herzen liegt.

Nach der Erläuterung der Entstehung stellte er die beiden Hauptcharaktere Soraya und Tarek aus seinem neuen Roman "Über die Berge und über das Meer" vor. Soraya ist ein 14-jähriges Mädchen, dem ein besonderes Schicksal widerfahren ist. Aufgrund der Tatsache, dass sie das siebte Mädchen in Folge ist, das in der Familie zur Welt gekommen ist, wurde sie aus Gründen des dort vorherrschenden Glaubens als Junge erzogen. Sie hat somit viele Privilegien, die ihre Schwestern nicht haben, z.B. darf sie zur Schule gehen. Mit 14 Jahren, so erläutert Reinhardt, hätte aber spätestens die Rückverwandlung zum Mädchen stattfinden müssen. So leitete er über zu der ersten Textpassage, in welcher ein Zusammentreffen von Soraya mit den sogenannten Taliban geschildert wurde, die diese Rückverwandlung verlangen.

Auch die zweite Hauptfigur stammt aus Afghanistan und lebt als sogenannter Kuchi. Dirk Reinhardt erklärte kurz das Leben in einem solchen Nomadenvolk und Tareks Fluchtgründe. Da die Taliban Tarek als Spurenleser rekrutieren wollen, beschließt seine Familie, ihm dieses Schicksal zu ersparen, indem er nach Deutschland zu seinem Onkel fliehen soll.

Reinhardt las noch weitere Textstellen aus seinem Roman vor, bevor er die Zuhörer zur Diskussion ermunterte. Es wurde fleißig gefragt, sodass wir erfuhren, dass die Recherche seiner letzten beiden Bücher deutlich länger gedauert hat als das Schreiben der eigentlichen Romane. Ebenfalls zeigte sich auf die Frage, welche Eindrücke er bei der Recherche hatte, dass es deutlich einfacher war, für "Train Kids" zu recherchieren als für seinen neuen Roman. Dies lag daran, dass in Afghanistan Krieg herrscht und er somit nur die Flüchtlinge, die ihre Flucht schon hinter sich hatten, befragen konnte. Nachdem die letzte Frage gestellt wurde, erläuterte Dirk Reinhardt in seiner Antwort die Thematik seines neuen Romans und sorgte damit für Neugier und einen gelungenen Abschluss der Lesung.