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Aktuelles

Into Orbit - ein Bericht

"Willkommen zum diesjährigen Roboterwettbewerb: Into Orbit.", kündigte der Moderator das Spiel an. Es lief folgendermaßen ab: Jedes Team hatte in den vergangenen Monaten einen Roboter aus Lego-Steinen zusammengebaut, dessen Aufgabe es war möglichst viele Aufgaben zu schaffen; Manche leichter, manche schwerer. Wir hatten ziemlich viel Glück dass wir in der Vorrunde einen nahezu perfekten Lauf hatten und so ins Halbfinale kamen. In den 3 Stunden, die uns noch verblieben, haben wir unser Gefährt nochmal stark verbessert, sodass wir das Halbfinale mit einer ähnlichen Punktzahl gewonnen haben. Aber kurz danach konfrontierte uns das gegnerische Team mit einem Vorwurf, gegen die Regeln verstoßen zu haben, da wir unseren Roboter über ein Notebook gestartet haben, was aber nach Regelwerk verboten ist. Nach einer hitzigen Diskussion mussten wir den Wettkampf also wiederholen. Ab jetzt an mussten wir unseren Roboter immer  von Hand starten. Was aber danach kam, hat uns Alle überrascht. Unser Roboter hat in diesem Kampf ALLE fünf Aufgaben absolviert, die wir ihm beigebracht haben und dazu noch fast perfekt. Damit haben weder unsere Gegner, noch wir gerechnet.

Also hieß es jetzt nochmal Gas geben für das alles entscheidende Spiel gegen die Besten, die Unbesiegbaren, die die in der Vorrunde 79 Punkte geschafft haben und die, gegen die wir jetzt antreten würden. Es blieb uns nicht mehr viel Zeit zum Start, 10 Minuten vielleicht. Unser Roboter war inzwischen so ausgereift, dass er mit Leichtigkeit 3 Aufgaben schafft. Dann der Schock, wir müssten auf Tisch 2 anstatt auf Tisch 1 unseren Roboter fahren lassen. Es war nur ein minimaler Unterschied, aber der Abstand zur Wand, an der sich der Roboter ausrichtet war dort geringer, sodass nichts mehr funktionierte. In den fünf Minuten, die uns noch blieben, haben wir Alles versucht, um dieses Problem soweit es geht auszugleichen. Unsere Gegner hatten ähnliche Probleme, die Lichtverhältnisse waren auf Tisch 1 einfach nicht so gut, sodass deren Farbsensor nichts mehr erkannt hat. Wir waren ein bisschen erleichtert, als wir erfuhren, dass es zwei Finalspiele geben würde, so dass jeder einmal an seinem "Lieblingstisch" ist. Der Kampf beginnt, unsere Gegner scheinen Probleme zu haben, wir aber auch, unser Roboter ist zu schwach und bekommt seinen Arm nichtmehr hoch. Nach kurzen überlegen dachten wir uns egal, dann kassieren wir halt die 3 Strafpunkte und geben dem Roboter einen kleinen Stups. Nach der Starthilfe lief der Rest relativ gut, wir hatten dreieinhalb Aufgaben geschafft und bemerkten gar nicht, dass unsere Gegner doch viel größere Probleme hatten, als erwartet. Na gut, bisher waren wir die Führenden, da wir mehr Punkte in diesem Spiel gemacht hatten, doch jetzt kam das nächste und letzte Spiel und diesmal auf unseren "Lieblingstischen". Zum Glück hatte ich mir die Sachen gemerkt, die ich geändert hatte, als wir an dem anderen Tisch waren und konnte diese relativ leicht wiederherstellen. Nach den fünf Minuten Vorbereitungszeit, die uns gegeben wurden, mussten wir also loslegen. Der Moderator zählt herunter:" 3... 2... 1... Start!". Mein Teamkollege Ole Surmann drückt auf den Startknopf. Die ganze Mensa ist gefüllt mit Zuschauern, die alle gebannt auf die Live-Übertragung an der Wand schauen. Die erste Aufgabe ist geschafft, da war unser Roboter aber auch ziemlich sicher drin. Unsere Kontrahenten ärgern sich, da sie ihre geplante erste Aufgabe nicht schaffen konnten, aber sie hatten noch einiges auf Lager mit ihrem modularen Panzer. Als unser Roboter nun auch die zweite Aufgabe ohne Fehler schaffte, tobte die Menge. Noch drei Aufgaben, die unser Roboter noch ansteuern würde. Wir vernehmen ein Gejubel von neben uns, dem Gegnerteam, kein gutes Zeichen. Aber ihr System funktionierte so, dass sie ihren Roboter nach jeder Aufgabe zurück in die Basis stellten, was jedes Mal 3 Minuspunkte gab, also mussten sie noch etwas Schaffen, um ihre Minuspunkte auszugleichen. Als unser Roboter nun auch die dritte, die schwerste Aufgabe schaffte, war die Spannung nicht mehr auszuhalten. Diese Aufgabe hatten nur 3 Teams eingeplant und wir waren die Einzigen, die diese Aufgabe zuverlässig schafften. Doch dann kam die große Enttäuschung, zum Glück auf der Seiten unserer Gegner. Ihr Roboter hat sich in der Arena mit einer Aufgabe verkantet und bewegt sich nicht mehr vom Fleck. Nach ein paar Sekunden löst er sich und schiebt die vorher mit Klett befestigte Aufgabe einfach vor sich her, als wäre es eine Leichtigkeit. Kurz danach ein lautes rumms, als auch noch deren Schlagmechanismus für den hau den Lukas auslöste. Wir hatten ein bisschen Mitleid, da wir uns mit unseren Kontrahenten ziemlich gut verstanden und gegenseitig nur das Beste wollten. Der Sieger war ab jetzt schon klar, das konnten nur wider Erwarten wir sein. Völlig verblüfft starrten wir auf unseren Roboter, der schon nach der Hälfte der Zeit mit seiner Routine fertig war und konnten es einfach nicht glauben, dass wir, die das erste Mal hier mitmachten es jetzt gewinnen würden. Natürlich ist noch nichts entschieden vor der Siegerehrung. Wir saßen wie auf glühenden Kohlen in den zehn Minuten, die noch blieben. Am Anfang der Siegerehrung gab es erstmal alle möglichen Sonderpreise, wie zum Beispiel für das Design und die Kreativität der Roboter. Wir hatten zwar einen relativ schönen Roboter, aber haben nichts Großes erwartet. Als wir dann auch noch Zweiter in der Kategorie Design und Dritter in der Kategorie Kreativität wurden, war die Freude natürlich noch größer und die Spannung am Höhepunkt, denn jetzt hieß es erstmal den Pokal für den Sieger des Roboterwettbewerbs zu vergeben. Wir waren schonmal erleichtert, dass wir nicht als dritter Platz aufgerufen wurden, auch wenn wir uns ziemlich sicher waren, nicht Dritter zu sein. Als dann aber unser Gegnerteam im Finale, "reMINT US", als zweitplatzierter auf die Bühne kam, waren wir uns sicher, es mussten einfach wir sein. "Und der Sieger des diesjährigen Roboterwettbewerbs ist... das Team, das mit Abstand den höchsten Roboter hatte... das Team "NIG Bots", ist das zu glauben!" Wir gingen voller Stolz nun schon zum sechsten Mal von der Bühne, diesmal vorsichtiger und freudestrahlend mit Pokal in der Hand. Aber ein Pokal fehlte noch, der größte, um nicht zu lügen. Es war der Pokal des gesamten Wettbewerbs, eingeschlossen des Forschungsprojekts, eine Aufgabe, die bei uns nicht wirklich gelungen war, das Teamspiel, welches bei uns zwar gut, aber keinesfalls perfekt war und natürlich dem eigentlich Roboterwettbewerbs. Wir wurden zwar "nur" Dritter, gingen aber voller Freude und mit 4 Urkunden und einem Pokal zu unserem Platz. Dann hieß es noch schnell zusammenpacken und nach Hause fahren, da wir schon 15 Minuten später dran waren, als geplant. Auf der Rückfahrt sind wir dann mit unseren Medaillen voller Stolz noch bei McDonald's vorbeigeschneit, da die mitgefahrenen Eltern uns eingeladen hatten. Auf dem Rest der Rückfahrt war Party angesagt. Das hatte noch vor fünf Stunden wirklich niemand erwartet.