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Aktuelles

Klasse 9a auf Ringelnatz’ Spuren unterwegs

Nachdem wir zwei mühsame Schulstunden hinter uns gebracht hatten, fuhren wir am 23. November 2018 in Begleitung unserer Deutschlehrerin Frau Krapp nach Cuxhaven. Unser Ziel war das Ringelnatz – Museum. Weil wir derzeit im Deutschunterricht das Thema Lyrik behandeln und Joachim Ringelnatz ein Dichter war, der zeitweise in Cuxhaven lebte, kam Frau Krapp auf die Idee, mit uns diese Exkursion zu machen.

In Cuxhaven angekommen wurden wir von der Museumleiterin Frau Fischer und ihrer Kollegin herzlich empfangen. Weil das Museum ein recht überschauliches ist, wurde unsere Klasse in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Hälfte hörte sich einen Expertenvortrag an und hatte die Gelegenheit, Fragen zu stellen, die teilweise während der inhaltlichen Vorbereitung auf die Exkursion aufgekommen waren. Die andere Hälfte wurde mit einem durchaus kniffligen Fragebogen durch die Ausstellung geschickt. Nach einer Stunde wurde getauscht. 

Bereits im Deutschunterricht hatten wir uns Wissen über Ringelnatz’ Werke und sein Leben angeeignet. Ein Referat dreier Mitschülerinnen gab uns einen Einblick in sein Leben, das am 7.8.1883 in Wurzen begann.

Joachim Ringelnatz’ bürgerlicher Name lautete Hans Bötticher. Wegen seines Aussehens wurde er von seinen Mitschülern und auch von Erwachsenen gehänselt. Als Kind war er ein frecher Junge, der davon träumte, ein Seemann zu werden. Aufgrund seiner Kurzsichtigkeit scheiterte dieser Traum nach einigen Seereisen. Anfang des Ersten Weltkrieges wurde Ringelnatz bei der Marine in Cuxhaven stationiert und verbrachte die restliche Kriegszeit dort. Zum Ende des Krieges entschied er sich 1918, seiner wahren Begabung nachzugehen und Dichter, Maler und Kabarettist zu werden. So entstand auch der Künstlername Ringelnatz: Wie eine Schlange sich häutet, so legte er alle seine zahlreichen früheren Berufe ab.

Nachdem die nationalsozialistische Regierung 1933 seine Auftritte verboten und seine Bücher verbrannt hatte, fehlte ihm seine Einkommensquelle. Zusätzlich erkrankte er an Tuberkulose, an deren Folgen er letztendlich am 17.11.1934 in Berlin starb.

Eine berühmte Figur, die Ringelnatz erschuf, ist die Seemannsfigur Kuttel Daddeldu, die auf seine Zeit auf See zurückzuführen ist.

Ringelnatz’ Gedichte thematisierten oft einfache, lustige Alltagsthemen, wie das folgende Gedicht:

Bumerang

War einmal ein Bumerang;
War ein Weniges zu lang.
Bumerang flog ein Stück,
Aber kam nicht mehr zurück.
Publikum – noch stundenlang –
Wartete auf Bumerang

Die zwei Stunden im Museum waren spannend, detailreich und lustig zugleich. Mit lyrischer Inspiration machten wir uns auf den Rückweg und starteten gutgelaunt ins Wochenende.