Navigation überspringen

Aktuelles

The Good Guy and the Bad Guy

Naturschützer und Globalisierungskritiker Axel Burgheim zu Gast am NIG

Eines vorweg: Man weiß nie genau, was einen erwartet, wenn man externe Referenten zu Gastvorträgen in die Schule einlädt. Doch die Tatsache, dass Axel Burgheim seit vielen Jahrenin Alaska lebt und auf Englisch über Mensch und Natur in seiner Wahlheimat berichten wollte, hörte sich zu interessant an als seine Werbung zu ignorieren, nicht zuletzt, da Nordamerika ein Thema ist, das im Englischunterricht der Jahrgänge neun und zehn behandelt wird. Und durchaus interessant waren auch die Schilderungen über die unglaubliche Lebensvielfalt, die in Alaska herrscht. Vor allem über die Bären gab es eine Menge zu berichten, alleine in Alaska leben 75.000 friedlich mit den Einwohnern zusammen,vorausgesetzt, sie lernen die Menschen nicht als Mörder kennen. Und in diesem Kontext war Burgheims leidenschaftlicher Appell an die Zuhörer auch durchaus berechtigt: „Respektiert die Natur, engagiert euch für die Umwelt!“

Doch leider ging diese so wichtige Botschaft unter in wüsten Beschimpfungen all derer, die für die Zerstörung der Natur verantwortlich sind: Politiker, internationale Unternehmen, allgemein die westliche Welt. Doch genau hier liegt das Problem: Der Zuhörer möchte Herrn Burgheims Meinung gerne teilen, er möchte sich mit den Ursachen von Umweltzerstörung und Klimawandel kritisch auseinandersetzen, doch wird er durch polarisierende Zuspitzung und Schwarz-Weiß-Malerei dermaßen in die Ecke gedrängt, dass er nur noch dazwischenrufen will: „Stop! Lassen Sie uns diese wichtige Thematik bitte sachlich von verschiedenen Seiten aus betrachten“. Doch leider traut der Referent seinen Zuhörern so etwas auch nicht zu: Die Jugend von heute sei zu passiv und die Tatsache, „dass viele von euch mehr über Justin Bieber und Britney Spears wissen, das soll so sein.“ Brauchen wir solche sarkastischen Unterstellungen an unserer Schule, an der sich eine Menge Schülerinnen und Schüler befinden, die sich engagieren, sei es bei der Jugendfeuerwehr, bei der DLRG, als Jugendleiter der Gemeinde oder im Sportverein?

Tja, Herr Burgheim, Verbitterung hilft der Welt auch nicht weiter.