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"Demokratie trägt mein Gesicht" - Ein Vortrag zum Roman „Gehen, ging, gegangen“

Das Eigene, das Andere, das Fremde. Identitätskonstruktionen und Kontaktzonen in J. Erpenbecks Roman „Gehen, Ging, Gegangen“

Die Fachschaft Deutsch hat am 16.10.2018 Frau Antje Dreyer als kompetente Referentin von der Europauniversität Flensburg an das NIG Bad Bederkesa eingeladen. Die Auftaktveranstaltung stand in dem Kontext des semesterübergreifenden Leitthemas „Demokratie trägt mein Gesicht“, an dem die Oberstufenkurse in Deutsch, Geschichte und Politik beteiligt sind.

Frau Dreyer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Flensburg und hielt für die Schülerinnen und Schüler des Abiturjahrganges einen anspruchsvollen wissenschaftlichen Vortrag zu dem gegenwärtigen Thema des Zentralabiturs 2019.

Im Fokus standen dabei ein einstündiger Vortrag über den zeitgenössischen und transnationalen Roman von Jenny Erpenbeck (2015) zur gegenwärtigen Flüchtlingslage und eine sich daran anschließende rege Diskussion.

Der Vortrag intendierte zudem eine Vorbereitung der Oberstufenschüler auf das möglicherweise zukünftige universitäre Arbeiten. Unterstützt wurde die Veranstaltung vom Förderverein des NIG Bad Bederkesa.

Die Referentin überzeugte durch einen ausgesprochen kompetenten, engagierten und schülerorientierten Beitrag.


„Gehen, ging, gegangen“ als Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung
Vortrag von Antje Dreyer am NIG (16.10.2018)

Es ist erstaunlich, wie viele Details, Informationen und Botschaften ein einzelner Roman von knapp 350 Seiten Länge beinhaltet. Wie man versuchen kann dies alles wissenschaftlich aufzudecken, zeigte uns am Dienstagmorgen Antje Dreyer von der Europa-Universität in Flensburg. 

Professionell vorbereitet und sehr gut informiert hielt die Referentin Ihren exakt 60 minütigen Vortrag. Dabei thematisierte Dreyer unter anderem zentrale Themen des Romans und wir erhielten einen Einblick in verschiedene Identitätskonstruktionen sowie Kontaktzonen, die in „Gehen, ging, gegangen“ vorzufinden sind. Beispielsweise befinde sich der Protagonist des Werkes, Richard, in einer Kontaktzone, da der emeritierte Professor mit mehreren Geflüchteten in Kontakt trete. 

Jenny Erpenbecks Roman sei darüber hinaus der transnationalen Literatur zuzuordnen, da durch das Aufeinandertreffen verschiedener Länder sowie Kulturen Grenzen überschritten werden würden und eine Verflechtung verschiedener Orte zu beobachten sei.

Insgesamt griff Antje Dreyer sehr interessante Aspekte auf, die unser Wissen bezüglich des Romans erweiterten. Obwohl der Vortrag auf einem anspruchsvolleren Niveau gehalten wurde, war er dennoch verständlich und auch nachvollziehbar - ein, zwei Fremdworte weniger hätten es aber wahrscheinlich auch getan.

verfasst von Jelena Werner am 18.10.2018


Vortrag am 16.Oktober 2018 zu Jenny Erpenbecks „Gehen, Ging, Gegangen“

Am 16. Oktober 2018 hat das NIG Besuch bekommen. Antje Dreyer aus der Europa-Universität in Flensburg reiste zwecks eines Vortrags über Jenny Erpenbecks Roman „Gehen, Ging, Gegangen“ an.
 Der besagte Roman von Jenny Erpenbeck ist 2015 erschienen und behandelt die Flüchtlingskrise sowie die mit dieser entstehenden Problematiken in der Gesellschaft und Politik. Die Handlung wird anhand des Protagonisten Richard, einem pensionierten Professor, erzählt. Richard hat viel Zeit, weiß aber nichts mit ihr anzufangen, weshalb er nach einer Beschäftigung sucht. Er findet sie, als er auf Flüchtlinge trifft und sich für sie zu interessieren beginnt. Er lernt die Flüchtlinge und ihre Geschichten kennen und entwickelt schließlich Mitgefühl sowie soziales Engagement.
Der Vortrag fand im Rahmen des kursübergreifenden Themas „Demokratie trägt mein Gesicht“ statt, das die Q2 in diesem Semester in verschiedenen Fächern begleiten wird.
Genau diesen Roman hat Antje Dreyer sich vorgenommen. Damit wir alles jedoch besser einordnen konnten und uns erinnerten, was Migration – eines der Hauptthemen des Buches und auch des Vortrags – bedeutet und wie sie sich in den vergangen Jahren und Jahrhunderten bemerkbar gemacht hat, wurde uns ein kurzer Überblick über die Migrationsbewegungen in und aus Deutschland heraus gegeben.
Anschließend stellte Frau Dreyer uns Schritt für Schritt ihre Analyse des Romans vor. Sie hangelte sich an verschiedenen Themen im Werk und Schlagwörtern, die sie für ihre Arbeit verwendet hat, entlang. Dazu zählten der Aufbau des Romans sowie die Begriffe der Zeit und des Raums, die recht zentral in Erpenbecks Erzählung sind, wie man nach den Ausführungen gemerkt hat.
Beim weiteren Analysieren wurden bestimmte Aspekte vertieft, aber es tauchten auch immer wieder welche auf, die neu waren und im Unterricht nicht behandelt worden sind. Das machte den Vortrag interessanter, da man noch etwas dazu lernen konnte, auch Dinge, die vielleicht nützlich im näher rückenden Abitur sein könnten.
Frau Dreyer belegte ihre Hypothesen und Analysen immer wieder an prägnanten Textstellen, wodurch ihre Aussagen nachvollziehbar und verständlich gemacht wurden.
Auch die Tatsache, dass die eine oder andere Frage ins Publikum geworfen wurde, hat Anklang gefunden. Es verhinderte, dass Schüler und Schülerinnen Gefahr liefen, doch abzuschalten und gab allen die Möglichkeit, ihrer Meinung zu bestimmten Themen selbst Ausdruck zu verleihen.
Leider muss dem Vortrag auch der eine oder andere Punkt abgezogen werden. Teilweise redete Fray Dreyer ein wenig zu schnell, was das Verständnis erschwerte. Zwar standen bestimmte Aspekte auch noch einmal auf der PowerPoint-Präsentation oder dem Handout, aber man verlor dadurch etwas den Anschluss, da manche Analyseergebnisse ineinander übergingen bzw. aufeinander aufbauten.
Auch die viele Fremdwörter sorgten für reichlich Verwirrung und führten dazu, dass man dann doch eben nicht so sehr zuhörte. Natürlich muss man hierbei im Hinterkopf behalten, dass dieser Vortrag auf einer wissenschaftlichen Arbeit beruht und dementsprechend auch gehalten worden ist, aber es macht das ganze etwas anstrengend. Jedoch bestand auch die Möglichkeit, im Anschluss Fragen zu stellen. Frau Dreyer beantwortete alles geduldig und versuchte, uns das vorher Unverständliche begreifbar zu machen.
Insgesamt war der Vortrag recht gelungen und eine gute Idee. Man sollte solche Möglichkeiten wahrnehmen, wenn man die Chance dazu hat. Der Vortrag mag vielleicht ein wenig komplex in seiner Sprache gewesen sein, aber es hat sich dennoch gelohnt, da man den aus dem Unterricht bekannten Roman mal aus einer anderen Perspektive betrachtet hat – nämlich aus der wissenschaftlichen. Denn wenn man sich erst einmal darauf eingelassen hat, ist der Vortrag doch ganz interessant gewesen.